Bonn 2004/05
In diesem Projekt beschäftige ich mich mit der Frage, wie unser Sehen sich
verändert, wenn wir uns mit Hochleistungsgeschwindigkeit durch die Landschaft
bewegen. Die Bilder dieses Projektes entstanden bei Zugfahrten. Fragen,
die mich in der Bearbeitung dieser Bilder interessieren, sind z.B.:
Wenn ich durch die Landschaft rase, sehe ich dann eine geschlossene
Landschaftsformation vor mir, oder bleiben mir Bildfetzen im Augenwinkel
hängen, die ich später, weil ich Fragmente so schlecht ertragen kann, vor
meinem inneren Augen zu einer geschlossenen Landschafts-Gestalt zusammenfüge?
(Sabine Stange)
"Der Blick schnappt auf, muß ziehen lassen, sich permanent neu justieren, ...
Sabine Stange betreibt weder Action-Fotografie noch touristische Sachfotografie.
Ihre Aufnahmen handeln von der Wahrnehmung selbst. .... Sie zeigen die Diskrepanz
zwischen dem gesehen Geglaubten und dem, was das ... "Objektiv" festhält. Die
Unterschiede sind frappant. Geschlossene Landschaftsformationen zerfallen in
Farbpixel und wie mit dem Pinsel gewischte Gesten. Die Perspektive erfährt
eine eigentümliche Dehnung, ... Sabine Stanges hessisches Bergland entspricht
keineswegs dem, was Liebhaber an traditionell gemalten Landschaftsbildern so
schätzen. Zwar ist die Horizontlinie der mehrteiligen Arbeit durchgehend,
aber die Bilder werden einen beiläufigen Eindruck nie ganz los. Im Laufe der
Betrachtungszeit ... entdeckt der ... Betrachter, dass es sich um Fragmente
einer Wahrnehmung handelt, die nicht einmal kontinuierlich ist. ... Sabine
Stange sammelt ihre Eindrücke fotografisch ein, und anschließend besteht ein
nicht unwesentlicher Teil ihrer künstlerischen Arbeit darin, diese "Augenblicke"
zu sichten und zu redigieren. ......"
(Dr.J.Stahl, Bonner Kunstverein)


